Keine Lust auf Abgaben – Apple und seine Steuertricks

30. April 2012 - 13:36 - Kommentieren

34,2 Milliarden US-Dollar hat Apple im Jahr 2011 eingenommen, aber nur 3,3 Milliarden Dollar an Steuern davon abdrücken müssen. Diese 9,8 Prozent sind ziemlich wenig für ein so erfolgreiches Unternehmen. Der Grund dafür ist einfach: Die Firma aus Cupertino hat sich in all den Jahren einige brillante Steuertricks einfallen lassen, mit denen sie viele Millionen und inzwischen Milliarden einsparen kann. Dabei geht aber alles legal zu. Viele Unternehmen kopieren inzwischen die Kniffe, wie die von Apple entwickelte “Double Irish with a Dutch Sandwich”-Taktik.

Dieser Steuerkniff besagt, dass Apple Umsätze zunächst über Irland und dann über die Niederlande weiterleite. Ziel des Geldes sei die Karibik. Dies sei eine von vielen Betrieben inzwischen gern durchgeführte Praxis. Eine andere Taktik von Apple sei das Gründen von Tochterfirmen in Niedrigsteuerländern rund um den Globus.

Apple Logo (Quelle: flickr.aditza121)

Wer über den iTunes- oder App Store einkauft, der interagiert dabei mit einer Firma aus Luxemburg, und zwar mit dem Unternehmen iTunes s.a.r.l. Hier werden alle Geschäfte von iTunes und dem App Store in Europa, dem Nahen Osten und Afrika abgewickelt. Luxemburg hat nur sehr niedrige Steuern auf Firmengewinne. Im Falle von Apple sind das immerhin eine Milliarde Dollar.

Auch die Britischen Jungferninseln oder der US-Bundesstaat Nevada sind bekannt für niedrige Steuern. Auch hier hat Cupertino Tochterfirmen aufgebaut. In Reno, Nevada etwa steht die Braeburn Capital, ein Tochterunternehmen von Apple, über das ein Großteil des US-Umsatzes fließt. So umgeht Cupertino die hohe Körperschaftssteuer von 8,84 Prozent in Kalifornien.

Weitere Niedrigsteuerländer seien wie erwähnt Irland und die Niederlande. Apple nutze vor allem das Ausland, um die Steuerabgaben gering zu halten. 70 Prozent der weltweiten Umsätze würden über das Ausland abgerechnet, berichtet die New York Times. Das ist auch nicht verwunderlich, denn in Irland beispielsweise werden nur 12,5 Prozent Umsatzsteuer verlangt, in den USA dagegen satte 35 Prozent.


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